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Starker Franken: Schweizer Wirtschaft passt sich an.

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16.09.2019
Lesezeit: 2 min

Die Schweizer Wirtschaft hat sich an den starken Franken angepasst und kann immer besser mit dem Euro-Wechselkurs umgehen. Dennoch gibt es einige Branchen, die noch Mühe mit der starken Schweizer Währung haben.

Tendenziell wertet sich der Schweizer Franken wertet sich gegenüber dem Euro auf. Grund: Seit einigen Jahren steigen die Preise in der Eurozone stärker als in der Schweiz. Die Ökonomen der Credit Suisse schätzen, dass der Schweizer Franken derzeit gegenüber dem Euro noch um rund 9 Prozent überbewertet ist. Ein fairer Wechselkurs von Euro und Franken läge gemäss ihrem Berechnungsmodell bei 1.24.

«Faire Value»: Fairer Wechselkurs nimmt stets ab.

Dieser faire Wechselkurs von Euro und Franken hat seit 2002 um rund 20 Prozent abgenommen. Eine Entwicklung, die sich fortsetzen dürfte. Denn auch künftig ist davon auszugehen, dass die Inflation in der Schweiz tiefer sein wird als in der Eurozone. In rund fünf Jahren dürfte der faire Wechselkurs («Faire Value») gemäss den Prognosen der Credit Suisse sogar dort liegen, wo heute der Wechselkurs von Euro und Franken steht.

Starker Franken 1

Industriebranche leidet immer noch unter dem starken Franken.

Für den Grossteil der Schweizer Wirtschaft zeichnet sich indes ein weniger rosiges Bild ab. Der Schweizer Franken ist für viele Industriebranchen deutlich stärker überbewertet als im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt. Gemäss dem von der Credit Suisse verwendeten Ansatz ist der aktuelle Wechselkurs von Euro und Franken für die Textil-, Druck- und Kunststoffindustrie um 30 bis 40 Prozent überbewertet. Die untenstehende Grafik zeigt auch, dass für die Pharma-, Chemie- und Metallindustrie der Schweizer Franken nur leicht oder gar nicht überbewertet ist.

Starker Franken 2

Allerdings stellt ein überbewerteter Schweizer Franken für die einzelnen Branchen nicht immer ein Problem dar. Denn manche Branchen verfügen über eine hohe Preissetzungsmacht. Die Nachfrage nach ihren Produkten ist entweder dermassen stark, dass sie selbst bei einer Aufwertung des Schweizer Franken nicht gezwungen sind, die Preise zu senken. Oder der Preis ist nicht das entscheidende Kaufkriterium. Auch variiert der Anteil der Exporte in den Euroraum von Branche zu Branche.

Pharmaindustrie und Maschinenbauer unbeeindruckt vom Wechselkurs.

Am besten steht die Pharmaindustrie da. Für die Maschinenbauer ist der Schweizer Franken zwar überbewertet, doch entschärfen eine hohe Preissetzungsmacht und eine hohe globale Diversifikation die Situation. Letzteres gilt in etwas geringerem Ausmass auch für die Elektrotechnik.

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