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Was hat es mit der Digitalisierung auf sich? Peter Delfosse erklärt das Phänomen sowie die Chancen und Potenziale, die es mit sich bringt.
KLARA Blog

Interview mit Peter Delfosse: Warum digitalisieren?

09.12.2021
Lesezeit: 5 min

Alle reden davon. Was aber hat es mit der Digitalisierung auf sich? Peter Delfosse, CEO von AXON in Luzern, zu der auch KLARA gehört, ist Spezialist für digitale Transformation. Er erklärt der Zeitschrift «Stadtsicht Luzern» im Zuge des Events «digitalswitzerland Zentralschweiz» das Phänomen und sagt, warum KLARA ein führendes Ökosystem ist. Wir haben das Interview für dich zusammengefasst.

Lesezeit: 5 min

Wo stehen wir denn heute mit unseren gesammelten Fähigkeiten, was alles digital möglich ist?

Wenn wir einen Hundertmeterlauf als Vergleichsgrösse nehmen: Wir sind noch nicht ganz bei der Zwanzigmetermarke. Wir laufen noch immer ganz am Anfang. Dabei wäre heute sehr viel mehr möglich, als wir tun und anwenden. Bis die technischen Möglichkeiten aber Eingang in unser reales Leben gefunden haben, wird es nochmals 10 oder 15 Jahre dauern.

Digitalisierung ist ein Wort, das in aller Munde ist. Ein anderes ist das Ökosystem. Was ist darunter zu verstehen?

Im wirtschaftlichen Sinn ist es ein Verbund von Unternehmen, die auf eine gemeinsame Wertschöpfung ausgerichtet sind. Man tut zusammen Dinge und verdient gemeinsam Geld damit. Kooperationen oder Zusammenarbeitsformen gab es natürlich schon immer. Neu ist dies: Der Nutzen in einem Ökosystem ist nicht einfach nur die Addition der einzelnen Leistungen, sondern eine Multiplikation. Das Resultat muss immer besser sein, als wenn dies einzelne erarbeitet hätten.

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«Es muss nicht alles digital sein - aber vieles wird es werden.»
Peter Delfosse, Axon

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Plattform und einem Ökosystem?

Sie müssen sich einen digitalen Shop vorstellen, in dem alle Güter zu finden sind, die auch in Ihrem physisch und real existierenden Shop zu finden sind. Das ist und war eine Plattform. Die grosse Errungenschaft der digitalen Welt steckt allerdings nicht in der Technik, sondern Daten liefern die eigentliche Wertschöpfung. Und sobald Daten eine Rolle spielen, stellt sich die Frage, ob man anhand dieser ein anderes Produkt kreieren kann.

Am Beispiel einer Versicherung: Ich kann heute eine Police abschliessen und erwerbe damit ein Produkt. Ich kann haargenau dasselbe Produkt auch digital erwerben. Ein Versicherungsunternehmen könnte mir stattdessen eine andere, für mich massgeschneiderte Versicherung anbieten, wenn es mehr über mein Verhalten wüsste. Wenn es die entsprechenden Daten erheben, und wenn ich diese dem Versicherungsunternehmen zur Verfügung stellen würde.

Das ist digitale Transformation: Man kann plötzlich in der digitalen Welt ein Produkt anbieten, das es in der physischen Welt so nicht geben kann, weil es dort nicht möglich ist, die nötigen Daten zu erheben.

Ökosysteme bedingen demnach den Zugang zu Daten. Steht dem der Datenschutz im Widerspruch?

Das schlechte Gefühl über Datenmissbrauch ist mittlerweile sehr gross – die Datenregulierungen laufen deshalb alle in Richtung Zurückgewinnung der Kontrolle. Eine Folge wird sein: Menschen bestimmen, wer zu welchem Zweck welche Daten erhalten darf. Das ist in unserem Unternehmen KLARA die Maxime. Die Daten gehören den Usern. Wir sind nur die Treuhänder, die den Datengebrauch moderieren, sodass der User davon einen Gewinn hat.

Da gibt es aber ein Problem: Heute ist das Vertrauen zwischen Unternehmen als sogenannten Datenkraken und den Usern stark beschädigt. Wie soll das also gehen?

Dieses Vertrauen ist komplett beschädigt. Das ist die Folge einer Digitalisierung, die im weitgehend ungeregelten Raum und in «Wildwest»-Manier stattgefunden hat. Alle haben bisher gerade mal das gemacht, was technisch möglich gewesen ist, ohne Rücksicht auf gesellschaftliche Überlegungen oder gemeinschaftlichen Nutzen. In den letzten Jahren ist der Wille international gewachsen, Regelungen zu finden. Zum Schluss entscheiden die User, wie weit sie gehen wollen.

Wer also KLARA Daten zur Verfügung stellt, damit hilfreiche Anwendungen zurückgespielt werden, tut dies mit der Sicherheit, dass ihm oder ihr die Daten jederzeit gehören?

Absolut richtig.

Wie garantiert KLARA dies?

Wir analysieren die Daten nur treuhänderisch. Sie gehen gar nie über den Treuhänder hinaus zum Anbieter von Produkten oder Dienstleistungen.

Wie weit sind Sie mit der Entwicklung mit KLARA auf dem Hundertmeterlauf?

Verglichen mit anderen Ökosystemen sind wir sehr weit fortgeschritten. Wir haben bereits ein komplettes Ökosystem, das funktioniert und das nicht einfach eine Plattform von bestehenden Produkten ist. 

Digitalisierung ist nicht alleine Technologieentwicklung?

Digitalisierung beginnt, wenn sich Menschen in strategischen Führungsverantwortungen überlegen, wie die Welt in fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Es muss nicht alles digital sein. Aber vieles wird digitaler werden. Diesen Teil muss man diskutieren und beschreiben.

Das vollständige Interview kannst du hier lesen. 

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Neben E-Mail-Marketing, Newsletter und Facebook-Werbung, was macht ihr sonst noch, um Wiederverkäufe zu generieren?

Obwohl wir ein Online-Unternehmen sind, versuchen wir vermehrt offline zu gehen, weil sich das extrem positiv auf die Kundenbindung auswirkt. Wir laden sie zu Veranstaltungen ein: Direct Sales, Outlet Sales, aber auch Events wie Clean-up-Days, Baumpflanztage, oder einfach ein Apéro exklusiv für die besten Kunden… Jetzt sind die Möglichkeiten leider wegen Corona eingeschränkt.

Den wichtigsten oder besten Kunden schicken wir ausserdem handgeschrieben Karten an Weihnachten, natürlich auf baumfreiem Papier. Das passt auf den ersten Blick vielleicht nicht zu einer Online-Brand, aber tatsächlich ist es das gewisse Extra, dass dich von anderen Brands unterscheiden kann. Vor allem, wenn noch ein gratis Produkt dabei ist.

Gibt es abschliessend weitere Tipps bezüglich Kundenbindung, die du uns geben kannst?

Behalte so viele Kundendaten wie möglich bei dir selbst. Viele Unternehmen arbeiten zu stark mit Plattformen wie beispielsweise Amazon. Klar, dort bekommst du auch Daten, aber es erschwert das Kunden-Tracking. Das wiederum macht es schwierig, personalisiertes Marketing zu betreiben. Mach dich stattdessen unabhängig und versuche, so bald wie möglich deine eigene Kundendatenbank aufzubauen. Diese ist dein Juwel und bringt dir langfristig am meisten, um als Brand bestehen zu können.

Den vollständigen Podcast, in dem Nicholas Hänny noch mehr über seine Erfahrungen im Zusammenhang mit NIKIN berichtet und was er rückblickend anders machen würde, kannst du hier hören.

 

Sicher ist sicher!

Da die Krankenkasse nur für Nichtberufsunfälle aufkommt, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, eine Versicherung gegen Berufsunfälle für deine Hilfskraft abzuschliessen – selbst, wenn sie nur wenige Stunden bei dir arbeitet. Kümmert sich deine Haushaltshilfe jedoch mehr als acht Stunden pro Woche um deinen Haushalt, gilt es zusätzlich eine Nichtberufsunfallsversicherung für sie abzuschliessen.

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Was es bei den Sozialversicherungen für deine Angestellten zu beachten gibt, wie viel Lohn für Tätigkeiten im Haushalt angemessen ist, Informationen rund ums Thema Haushaltshilfe einstellen, findest du im nachfolgend downloadbaren Merkblatt.
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