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Neuer Lehrling in der Firma? Eine Checkliste für KMU

16.05.2019
Lesezeit: 6 min

Per 1. August ist es soweit: Die neuen Lehrlinge beginnen ihre Ausbildung und starten somit auch in einen neuen Lebensabschnitt. Sie sind jung und voller Tatendrang. Doch der Einstieg ist für sie oft schwer. Wie du ihnen einen perfekten Start in die neue Ära bietest, erfährst du hier.

Wir sind überzeugt, dass die Kommunikation sowie eine gute Vorbereitung auf die ersten Monate ausschlaggebend sind. Wir geben dir Tipps, wie du dich optimal vorbereiten kannst. Klar, im hektischen Tagesgeschäft hast du sicher nicht viel Zeit für die Lehrlinge. Doch mit einer guten Planung kannst auch du dir Zeit dafür schaffen. Die Aufgaben müssen nicht bis ins Detail geplant werden. Wichtig ist, dass jeder Beteiligte weiss, was seine Aufgaben sind (Mitarbeiter, Betreuer, Lehrling).

Vor dem 1. Arbeitstag organisieren/regeln

  • Arbeitsplatz bereitstellen
  • Mitarbeiter informieren
  • Zeiterfassung bereitstellen
  • Schlüssel/Badge (Türe, Garderobe, Materialschrank, etc.)
  • Lehrvertrag unterschrieben retourniert?
  • Lehrvertrag Mitarbeiterstammblatt bereit
  • Wer ist für die Ausbildung verantwortlich? Wer nimmt ihn in Empfang?
  • Willkommen – Info auch Intern
  • Erste Aufgaben mit welcher Verantwortung? Aufgaben für die ersten 3 Monate definieren
  • Zeitablauf - wann muss er wo sein, bis wann, mit wem?
  • Wer begleitet ihn in dieser Zeit
  • Wann gibt es ein Zwischengespräch
  • Regeln definieren (Auflistung siehe unten)
  • Braucht es einen Arbeitsplatz? Wenn ja, wurde der PC getestet, sind alle nötigen Zugriffe vorhanden? Arbeitsutensilien?
  • Welche Arbeitsgeräte muss er selber anschaffen? Bis wann? Wo kaufen?

Erster Arbeitstag:

  • Vorstellung Team/Abteilungen
  • Schlüssel/Badge (Türe, Garderobe, Materialschrank, etc.) übergeben
  • Räumlichkeiten zeigen
    Toilette, Garderobe, Küche, Pausenraum, Infobrett, etc.
  • Regeln

Arbeitsplatz

  • Fix oder variabel
  • Ordnung halten
  • Getränke und Essen ja/nein (auch Kaugummi)

Betrieb

  • Wie sind die Arbeitszeiten? Gibt es einen Lehrlingssamstag?
  • Zeiterfassungssystem erklären
  • Lohnüberweisung
  • Werte und Umgangsformen erklären (z.B. meldet man sich mit einem Hallo an und einem Tschüss wieder ab, etc.)
  • Anzahl Ferientage? Betriebsferien? Bis wann/bei wem müssen Ferien beantragt werden

Kleidung

  • Welche Kleidung muss wann getragen werden (Helm, Sicherheitsschuhe, Uniform, etc.)
  • Welche Kleidung darf nicht getragen werden (Cap, Flipflops, Trägershirt, etc.)

PC

  • Welche Seiten sind gesperrt (Spiele, Facebook, Twitter, etc.)
  • Passwörterregelung
  • Private Nutzung?
  • Was darf wie installiert werden
  • Wer ist IT Ansprechperson

Privates Handy

  • Darf nur in Pausen gebraucht werden
  • Gehört nicht an den Arbeitsplatz / oder darf während Arbeitszeit auf dem Pult sein
  • Darf auf der Baustelle benützt werden
  • Private Anrufe dürfen während Arbeitszeit gemacht/nicht gemacht werden
  • Dürfen Selfies im Office/Baustelle etc. gemacht werden (Selfie mit PC im Hintergrund, wo Kundendaten offen sind und dann auf Facebook gepostet)

Rauchpausen

  • Sind diese erlaubt, wie lange pro Tag, muss ausgestempelt werden?
  • Wo darf geraucht werden

Allgemeine Pausen

  • Wie oft, wie lange, wo
  • Aufenthaltsraum
  • Kühlschrank (Beschriftung der Waren, wer räumt auf, etc.)
  • Kosten der Getränke (Kaffee, Tee, Mineral)

Krankheit/Unfall

  • Arztzeugnis ab dem 1. Krankheitstag
  • Telefonische Abmeldung unter welcher Handynummer
  • Abmeldung per SMS und E-Mails erlaubt/nicht erlaubt
  • Wer ist der direkte Vorgesetzte
  • Wer macht die Betreuung
  • Wer ist Ansprechperson für Probleme (Schule, Lohn, Privates, etc.). Evtl. ‚Götti’ zur Seite stellen (kann Lernender vom 3./4. Lehrjahr oder anderer Mitarbeiter sein)
  • An welchen Tagen ist die Berufsschule
  • Muss ein Arbeitsbuch geführt werden (stellt der Betrieb dazu Zeit zur Verfügung)
  • Was sind seine Aufgaben? Welche Verantwortung und Kompetenzen?
  • Erwartungen
  • Einfache Aufgabe zum Lösen geben (Erfolgserlebnis)
  • Mittag – gemeinsam Essen gehen
  • Abend – Abschlussgespräch führen (erste Eindrücke)
  • Datum erstes Zwischengespräch vereinbaren (Besprechung Arbeitsplan nächste 4-8 Wochen)
  • Daten Lehrlingssamstage
 

Sicher ist sicher!

Da die Krankenkasse nur für Nichtberufsunfälle aufkommt, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, eine Versicherung gegen Berufsunfälle für deine Hilfskraft abzuschliessen – selbst, wenn sie nur wenige Stunden bei dir arbeitet. Kümmert sich deine Haushaltshilfe jedoch mehr als acht Stunden pro Woche um deinen Haushalt, gilt es zusätzlich eine Nichtberufsunfallsversicherung für sie abzuschliessen.

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KLARA Tipp:

Was es bei den Sozialversicherungen für deine Angestellten zu beachten gibt, wie viel Lohn für Tätigkeiten im Haushalt angemessen ist, Informationen rund ums Thema Haushaltshilfe einstellen, findest du im nachfolgend downloadbaren Merkblatt.
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