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Spesenreglement – was du dazu wissen musst.

02.10.2019
Lesezeit: 2 min

Bis heute zahlst du deinen Mitarbeitern effektive Spesen aus. So langsam merkst du aber, dass dies sehr aufwändig ist. Deine Mitarbeiter sammeln alle Belege, kleben diese auf oder fotografieren sie ab. Danach erstellen sie eine Spesenabrechnung für die Rückzahlung. Oft erst nach zahlreichen Erinnerungen.

Die Spesenabrechnung nimmt viel Arbeitszeit in Anspruch. Zeit, die in die tägliche Arbeit gesteckt werden könnte. Wusstest du, dass es die Möglichkeit gibt, bei der kantonalen Steuerverwaltung ein Spesenreglement zur Prüfung einzureichen, sodass du danach Pauschalspesen auszahlen darfst? Es gibt aber noch weitere Gründe, die für ein genehmigtes Spesenreglement sprechen.

Das Spesenreglement.

In einem allgemeinen Spesenreglement werden insbesondere Fahr-, Verpflegungs- und Übernachtungskosten, sowie Repräsentationsauslagen geregelt.

Das Spesenreglement muss genehmigt werden, da sich die Steuerverwaltung die Frage stellt, ob es wirklich um Unkosten (Spesen) geht, die dem Mitarbeiter aus einem konkreten geschäftlichen Auftrag entstanden sind oder um eine versteckte Lohnzahlung. Denn normalerweise stellen Spesen kein steuerbares Einkommen dar.

Geschäftlich begründete Spesen.

Die geschäftlich begründeten Spesen entstehen zum Beispiel dann: Dein Mitarbeiter muss von seinem Arbeitsort zu einem Kunden reisen. Da sich das Büro des Kunden in einer anderen Stadt befindet und am selben Tag noch weitere Kunden in der Nähe besucht werden, kehrt dein Mitarbeiter erst am Abend oder darauffolgenden Tag zurück. Es entstehen somit Spesen, da dein Mitarbeiter einen konkreten Auftrag (Kundenbesuche) hatte. Hier eine Auflistung möglicher Unkosten:

  • Reisekosten (ÖV Ticket, Flug)
  • Verpflegungs- und Übernachtungskosten (Mittagessen, Abendessen, Übernachtung)
  • Parkgebühren während Kundenbesuchen
  • Entschädigung für Privatwagen, wenn dieser für geschäftliche Zwecke genutzt wird (Kilometerentschädigung, Treibstoffverbrauch)

Wenn wir den letzten Punkt „Entschädigung des Privatwagens für die Fahrten zu Kunden“ nehmen und du deinem Mitarbeiter dafür einen Pauschalbetrag pro gefahrenem Kilometer bezahlst, kann die Steuerverwaltung den Betrag, die Anzahl Fahrten etc. in Frage stellen und du / ihr müsst jede Fahrt aufzeichnen und begründen können. Darum gilt auch hier, ein genehmigtes Spesenreglement wäre von Vorteil.

Sobald du deinen Mitarbeitern Pauschalspesen auszahlen möchtest, wie beispielsweise pro

  • Mittagessen: CHF 25.— / Tag
  • Abendessen: CHF 30.— / Tag
  • Kilometerentschädigung Privatfahrzeug: CHF 1.— / gefahrenem Kilometer

lohnt es sich ein Spesenreglement zu erstellen, dieses bei der Kantonalen Steuerverwaltung einzureichen und genehmigen zu lassen. Durch diese Genehmigung wird für alle Parteien Klarheit geschaffen. Für die Steuerverwaltung ist klar, dass dies Pauschalspesen sind, welche begründet und genehmigt sind. Für deinen Arbeitnehmer ist klar, dass diese Pauschalspesen steuerfrei und somit nicht als Einkommen zu versteuern sind. Ausserdem ist für dich als Arbeitgeber klar, dass du keine Sozialversicherung auf den Spesen bezahlen musst und wie du diese korrekt im Lohnausweis aufführst. Wie du siehst, alle Parteien profitieren von dieser Lösung.

Natürlich ist uns klar, dass die Erstellung eines Spesenreglements mit Aufwand verbunden ist. Dennoch lohnt sich dieser. Wenn du Mitarbeiter hast, die die effektiven Spesen abrechnen, du aber immer wieder Diskussionen um die Belege und die pünktliche Abgabe der Spesenabrechnungen hast, bist du froh, wenn du dies für alle Mitarbeiter gleich regeln kannst. Es hilft dir auch, wenn deine Unternehmung wächst und immer mehr Arbeitnehmer dazukommen.

Viele der kantonalen Steuerverwaltungen stellen auf Ihrer Webseite ein Muster eines Spesenreglements zur Verfügung. Ebenfalls kann die kantonale Steuerverwaltung im Voraus kontaktiert werden, um zu klären ob es sich für deine Unternehmung lohnt, ein Spesenreglement zu erstellen oder nicht.

Sicher ist sicher!

Da die Krankenkasse nur für Nichtberufsunfälle aufkommt, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, eine Versicherung gegen Berufsunfälle für deine Hilfskraft abzuschliessen – selbst, wenn sie nur wenige Stunden bei dir arbeitet. Kümmert sich deine Haushaltshilfe jedoch mehr als acht Stunden pro Woche um deinen Haushalt, gilt es zusätzlich eine Nichtberufsunfallsversicherung für sie abzuschliessen.

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KLARA Tipp:

Was es bei den Sozialversicherungen für deine Angestellten zu beachten gibt, wie viel Lohn für Tätigkeiten im Haushalt angemessen ist, Informationen rund ums Thema Haushaltshilfe einstellen, findest du im nachfolgend downloadbaren Merkblatt.
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