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Andrea Roch, Geschäftsführerin und Inhaberin von business4you, verrät, warum Kundebegeisterung zwar essenziell, aber nicht das Wichtigste ist.
KLARA Blog

Warum Kundenbegeisterung nicht alles ist – Interview mit Andrea Roch

21.04.2022
Lesezeit: 4 min

Ein Jahr im Grossunternehmen hat ihr gereicht, dann zog es sie zurück in die KMU Welt. Andrea Roch gründete 2004 mit ihrer Kollegin Patricia Bianco die Marketingagentur business4you AG und findet seither für kleinere und mittlere Unternehmen massgeschneiderte Lösungen. An unserem KMU Stammtisch verrät sie unter anderem, weshalb es zentral ist, neben den Kundinnen und Kunden auch das eigene Team stets aufs Neue zu begeistern und warum Networking so wichtig ist.

Lesezeit: 4 min

Was hast du am Anfang deiner Karriere unterschätzt?

Als wir mit business4you anfingen, stand für mich die Kundebegeisterung über allem. Bis ich lernte, das ist nur die eine Seite. Auf der anderen befindet sich die Mitarbeiterbegeisterung – und beide Seiten müssen sich die Waage halten. Das habe ich am Anfang völlig unterschätzt. Sonst hätte ich vielleicht weniger perplex reagiert, als nicht alle begeistert darüber waren, bis um 22 Uhr zu arbeiten, um am nächsten Morgen den Kunden zu begeistern. Zum Glück suchten viele Mitarbeitende das Gespräch mit mir. So konnten wir uns kontinuierlich verbessern.

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«Entscheidend ist ausserdem, flexibel zu sein und der Kundschaft sehr, sehr gut zuzuhören.»
Andrea Roch, business4you

Was ist seither passiert und wie seid ihr so gewachsen?

Etwas vom wichtigsten ist sicher, nicht verbissen an einer Idee festzuhalten. Denn ursprünglich wollten wir Unternehmen helfen, Kosten einzusparen, indem wir bessere Wege finden, Marketing zu betreiben. Aber bereits im allerersten Kunden-Meeting war die Reaktion: «Frau Roch, was ihr hier tut ist organisiertes Zeitstehlen. Wir wollen gar kein Geld sparen, sondern gerne mehr Geld ins Marketing investieren, damit wir entsprechend mehr Umsatz machen können.» Wir merkten, unsere Idee kommt wohl nicht so gut an wie wir uns das gedacht hatten.

Entscheidend ist ausserdem, flexibel zu sein und der Kundschaft sehr, sehr gut zuzuhören, um sich entsprechend anzupassen. Was brauchen sie wirklich? Was ist ein Mehrwert für sie? Vor 13 Jahren beispielsweise realisierten wir, im Marketing geht eine Veränderung vor sich: Digitalisierung wird eine grosse Rolle spielen. Also nahmen wir das in unsere Strategie auf. Heute sind ganze 90 Prozent unserer Projekte digital und es geht es sogar einen Schritt weiter: 50 Prozent unserer digitalen Projekte sind Marketing-Automatisierungen.

Was für einen Stellenwert hat Netzwerken bei euch und wie geht ihr es an?

Networking ist das A und O. Der Austausch mit anderen ist extrem wertvoll. Sei es beim Diskutieren von spannenden Themen oder weil ich herausfinde, woran sie gerade sind und mir überlege, wie wir sie dabei unterstützen können. Auf der anderen Seite bin ich überzeugt, dass man heute nicht nur klassische Kundenakquise betreiben sollte, sondern auch über ein aktives Netzwerk den Bekanntheitsgrad aufbauen. Die Leute müssen ja erst wissen, was wir Cooles für sie machen können!

Ausschlaggebend dabei ist, auch selbst etwas reinzugeben. Es handelt sich schliesslich um eine Investition. «Oh, ich brauche mal wieder einen neuen Kunden, ich gehe heute mal an einen Networking-Anlass.» – ist der völlig falsche Ansatz. Niemand findet das sympathisch. Stattdessen so viel wie möglich rausgehen, Menschen treffen, Menschen lieben und wenn man jemand spannendes kennenlernt, der Person schreiben: «Hey, ich finde dich oder was du machst spannend! Darf ich dich zum Zmittag einladen oder hast du Lust auf einen Hockeymatch?» Am Anfang braucht das ein bisschen Mut, aber es lohnt sich, die Hemmschwelle zu überwinden. Was kann schon Schlimmes passieren!

Willst du noch mehr spannende Tipps von Andrea? Dann hör dir jetzt den kompletten Podcast an.

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Wie habt ihr es geschafft, in die Massenmedien zu kommen?

Ausser vielleicht deine Mami interessiert sich niemand dafür, dass du eine Firma gegründet hast. Ein Journalist will vor allem eines: dass seine Story viele Klicks einbringt. Also musst du ihm ein entsprechend massentaugliches Thema bieten. Was in unserem Fall wunderbar funktionierte, waren Kantons-Auswertungen: Welcher Kanton kauft am meisten Sexspielzeug?

Dann gingen wir bei den grossen Zeitungen auf die Suchfunktion und gaben dort Sextoys ein. So sahen wir, worüber sie schreiben. Am Artikelende befinden sich jeweils in Klammern zwei oder drei Buchstaben. Diese kopierst du raus und suchst im Impressum nach dem Namen. Somit weisst du jetzt, welche Journalisten bereits über das Thema berichteten.

Dann schickst du exklusiv nur einem Journalisten deine Studie oder deinen Artikel. Wenn er nicht antwortet oder kein Interesse hast, gehst du zum nächsten, bis jemand anbeisst. So hast du sehr gute Chancen, in einer grossen Zeitung abgedruckt zu werden, was die Verkäufe extrem ankurbelt.

 

Den vollständigen Podcast, in dem Alan Frei noch mehr über Amorana und dessen Werdegang sowie Online-Marketing erzählt und natürlich verrät, welches sein Lieblings-Sextoy ist, kannst du hier hören.

Sicher ist sicher!

Da die Krankenkasse nur für Nichtberufsunfälle aufkommt, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, eine Versicherung gegen Berufsunfälle für deine Hilfskraft abzuschliessen – selbst, wenn sie nur wenige Stunden bei dir arbeitet. Kümmert sich deine Haushaltshilfe jedoch mehr als acht Stunden pro Woche um deinen Haushalt, gilt es zusätzlich eine Nichtberufsunfallsversicherung für sie abzuschliessen.

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KLARA Tipp:

Was es bei den Sozialversicherungen für deine Angestellten zu beachten gibt, wie viel Lohn für Tätigkeiten im Haushalt angemessen ist, Informationen rund ums Thema Haushaltshilfe einstellen, findest du im nachfolgend downloadbaren Merkblatt.
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