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Wann lohnt es sich eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen?

Angela Villiger Angela Villiger, 28.01.19 16:17

Im schweizerischen Arbeitsrecht gibt es keine Pflicht, für seine Mitarbeiter eine Krankentaggeldversicherung abzuschliessen. Viele tun es, weil es alle machen und andere denken, was nicht obligatorisch ist, machen wir nicht.

Es stellt sich immer die Frage, was bringt es dem Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer? Lohnen sich die Kosten oder nicht? Für die Betroffenen ist es immer wichtig zu wissen, wer zahlt bei Krankheit meinen Lohn weiter?

Was bedeutet das für dich als Arbeitgeber? Sollst du eine Krankentaggeldversicherung abschliessen oder nicht?

Gemäss OR erhält ein Arbeitnehmer, wenn keine Krankentaggeldversicherung besteht, für eine beschränkte Zeit weiterhin den Lohn. Das heisst, wenn du als Arbeitgeber keine Krankentaggeldversicherung abgeschlossen hast, musst du, d.h. die Firma, für diese Zeit den vollen Lohn des Arbeitnehmers weiterbezahlen.

Bei einer Krankentaggeldversicherung gibt es verschiedene Kriterien, welche du dir überlegen musst, bevor du den Vertrag abschliesst. Auf wie viele Tage soll ich die Wartefrist setzen- 30, 60 oder 90 Tage? Bis zu diesem Tag zahlt der Arbeitgeber die Lohnfortzahlung, danach die Krankenttaggeldversicherung.

Ebenfalls kann gewählt werden, ob der Lohn zu 80% oder zu 100% versichert ist. Diese  Punkte und noch weitere bestimmen die fällige Prämienhöhe. Die Prämien sind meistens in Promille angegeben und werden in der Praxis oft 50% Arbeitgeber und 50% Arbeitnehmer aufgeteilt, da die Versicherung für beide einen Vorteil bringt. Die Leistungsdauer der Versicherung ist frei wählbar, doch meistens ist diese 730 Tage, danach würde die IV die Kosten übernehmen, sofern eine Invalidität besteht.

 

Ein Beispiel dazu:

Frau Müller mit einem Einkommen von CHF 7‘500.-/Monat ist im 5. Dienstjahr an einem Burnout erkrankt und ist für 5 Monate krankgeschrieben. 

 

Ohne KTG Versicherung: Der Arbeitgeber muss für 3 Monate den 100% Lohn weiter bezahlen. Danach erhält die Mitarbeiterin keinen Rappen mehr. Falls du in dieser Zeit einen Ersatz für Frau Müller gefunden hast, hast du nun doppelte Kosten auf deine Rechnung.

 

Mit KTG Versicherung: Der Arbeitgeber zahlt bis die Wartefrist abgelaufen ist, danach übernimmt die Krankentaggeldversicherung bis max. 730 Tage.

Einerseits erhält Frau Müller bis zu Ihrer Genesung je nach Vertrag 80-100% Krankentaggeld und du als Arbeitgeber kannst, dadurch dass dir die Versicherung das Geld bezahlt, in der Zwischenzeit eine Person für die Arbeiten von Frau Müller einstellen.

 

Als Arbeitgeber musst du dir zu folgenden Punkten Gedanken machen: Wie lange sind deine Mitarbeiter bereits angestellt? Denn die Dienstjahre bestimmen die Dauer der Lohnfortzahlungspflicht, wenn keine Versicherung abgeschlossen ist. Wie hoch ist der Lohn? Brauche ich im Krankheitsfall eine Ersatzperson und will ich meine Angestellten nicht grundsätzlich gut versichern?

Eine Krankentaggeldversicherung lohnt sich meistens. Wenn jemand schwer erkrankt, ist dies meist unerwartet und die Lohnfortzahlung kann seine Existenz sichern. Mach dir Gedanken, was wäre wenn du der Angestellte wärst?

 

Tipp: In der Gerichtspraxis werden zur Festsetzung des Lohnanspruchs regional unterschiedliche Skalen angewendet:

  • Zürcher Skala (ZH, SH + TG)
  • Basler Skala (BS + BL)
  • Berner Skala (alle übrigen Kantone)

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Quelle: https://www.arbeitsverhinderung.ch/lohnfortzahlung/lohnfortzahlungsskalen

 

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