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Lohngespräche führen – was gilt es aus Arbeitgebersicht zu beachten?

Angela Villiger Angela Villiger, 26.10.18 13:00

Das Jahresende steht vor der Tür und somit auch immer der Gedanke für ein Lohn- oder Mitarbeiterqualifikationsgespräch. Der Chef hat jetzt schon Angst, dass der Mitarbeiter etwas erwartet. Und der Arbeitnehmer weiss, dass er eine Lohnerhöhung will. Doch was ist, wenn es das Geschäftsjahr nicht zulässt? Und schon das 2te Jahr? Oder die Leistungen nicht stimmen?

Viele sind auch der Meinung, dass ein solches Gepräch nur Zeitverschwendung ist bzw. diese Zeit lieber in produktive Tätigkeiten investiert werden sollte. Aber gerade auch in einem KMU tragen Mitarbeiterqualifikationsgespräch zur Effizienz, zur Transparenz und auch zu einer Mitarbeiterbindung bei.

Als Arbeitgeber gibt es verschiedene Arten um sich vorzubereiten. Wichtig ist, dass Du als Chef oder Mitarbeiterverantwortlicher dir immer Notizen und Gedanken pro Mitarbeiter und dessen Aufgabe, Verantwortung und Kompetenz machst.

Es gibt nichts schlimmeres, als wenn ein Mitarbeiter und/oder auch ein Vorgesetzter nach einem Lohngespräch total negativ und frustriert aus dem Gespräch kommt. Doch wie kannst Du dich gezielt vorbereiten, sodass das Gespräch mit deinem Mitarbeiter positiv ausfällt?

Folgende 9 Punkte sind in der Vorbereitung & während des Gesprächs vom Arbeitgeber zu beachten:

  1. Ein Mitarbeitergesprächsformular (am Ende des Blogartikels zum herunterladen bereit), welches bei allen Mitarbeiter angewandt wird, sollte als Grundlage für ein solches Gespräch dienen. Wichtig ist auch, dass sowohl der Vorgesetzte wie auch Mitarbeiter im Vorfeld die Chance hat, das Formular zu lesen und sich seine eigenen Gedanken und Notizen dazu zu machen.

  2. Das Lohngespräch genug früh dem Mitarbeiter mitteilen und Ihn ebenfalls um ein Feedback bitten.

  3. Gibt es eine Zielsetzung? Wurde diese erreicht, wenn nicht: Warum nicht?

    Wenn die Erreichung der Zielsetzung in Verbindung mit dem Lohn oder Bonus steht und der Mitarbeiter hat dieses Ziel erreicht, gibt es kein Argument warum er diese vereinbarte Zahlung nicht erhalten soll.
  1. Wie viele Ferientage hat der Mitarbeiter noch und wie viele Krankheitstage hatte er im vergangen Jahr? Verbesserungen möglich?

    Wenn dein Mitarbeiter ständig die Ferien überzieht oder viele Krankheitstage hat, ist dies ein gutes Argument um von einer Lohnerhöhung abzusehen. Dies kann als Ziel genutzt werden.
  1. Was ist der jetzige Lohn des Mitarbeiters, wie hat dieser sich seit Anstellung verändert? Ist der Lohn branchen- und funktionsüblich?

    Informiere dich hierzu was der Minimal- und der Maximallohn ist. Beachte hier auch die Dienstjahre, Ausbildung, Berufserfahrung. Dies hilft bei der Argumentation.
  1. Hat der Mitarbeiter Weiterbildungen auf eigene oder auf Kosten der Unternehmung gemacht?

    Wenn dein Mitarbeiter ständig Weiterbildungen auf eigene Kosten macht und dies dient zu deinem Zweck, dann wäre es angebracht dies zu würdigen.
  1. Gibt es ein Geschäftsfahrzeug oder werden die Parkplatzkosten übernommen?

    Auch dieser Aspekt darf in ein Lohngespräch mit eingebracht werden. Beispiel: Der Parkplatz des Mitarbeiters kostet CHF 180./Mt. - welcher das Geschäft übernimmt. Dies soll auch als Lohnbestandteil betrachtet werden.
  1. Das Gespräch erst beenden, wenn klar ist, was es ab jetzt bis zum nächsten Lohngespräch zu tun gibt (für beide).

  2. Fülle das Formular nochmals zusammen mit dem Mitarbeiter aus, lass dir das Lohngesprächsformular unterschreiben und gib deinem Mitarbeiter eine Kopie nach dem Gespräch.

Wenn Du dir all diese Gedanken vorab machst und ehrlich mit dem Mitarbeiter bist, dann kann vieles nicht schiefgehen. 

Tipp: Das Mitarbeitergesprächsformular für sich bereits im Vornherein ausfüllen. Gut wäre, wenn dies nicht nur Ende Jahr erfolgt, sondern alle 3 Monate oder regelmässig, sodass diese Notizen beim Lohngespräch benutzt werden kann. Es fällt dem Arbeitgeber viel leichter, wenn er sich diese Notizen fortlaufend macht. Beispiel: ein Projekt ist abgeschlossen und der Mitarbeiter hat sich super eingesetzt, Überstunden gemacht und das Projekt erfolgreich abgeschlossen. Gleich notieren!

Mache dir deine Gedanken, was wäre wenn Du dein Arbeitnehmer wärst, würdest Du eine Lohnerhöhung erwarten? Vergiss auch nicht, dein Mitarbeiter kennt selten die Finanzen der Firma. Wenn Du das Argument, wir haben dieses Jahr weniger Umsatz gemacht, verwendest, ist dies nicht hieb- und stichfest. Was heisst weniger Umsatz? Statt CHF 450‘000 nur noch CHF 430‘000?

Du kannst auch Teamziele vereinbaren. Team Verkauf, Team Innendienst, etc…so kannst Du das Team stärken und die Personen im Team schauen dann, dass alle am gleichen Strang ziehen. Setze dabei messbare Ziele.

Das Mitarbeitergesprächsformular dient auch als Checkliste. Wenn der Mitarbeiter überall bei A ein Kreuz hat, die Ziele erreicht, eine Weiterbildung auf eigene Kosten gemacht hat und nie krankt ist, ist es sicherlich schwierig ihm keine Lohnerhöhung zu geben. Ob Du Ihm eine gibst, musst Du schlussendlich selbst entscheiden.


Die kostenlose Checkliste

KLARA hat dir kompakt und übersichtlich eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten bezüglich Mitarbeiter- oder Lohngespräch zusammengestellt.

KLARA hat sich zum Ziel gesetzt, dir in genau solchen Situationen zur Seite zu stehen. Auf unserem Blog werden wir heute und in Zukunft für KMU-Unternehmer relevante Themen behandeln.

 Also, los geht’s - lade dir kostenlos die Checkliste für Mitarbeiter- oder Lohngespräche herunter.  

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