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Privatanteil bei Geschäftsfahrzeugen.

29.10.2019
Lesezeit: 8 min

Was bedeutet es für mich als Arbeitgeber, wenn ich dem Mitarbeiter ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung stelle? Was muss mein Mitarbeiter beachten? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt's hier.

Als Arbeitgeber stellst du deinem Mitarbeiter ein Fahrzeug zur Verfügung. Das heisst, dieser nutzt es für den Arbeitsweg, die Arbeit, den privaten Gebrauch am Wochenende, sowie in den Ferien. Wir erklären dir was es für Möglichkeiten gibt und was es mit dem Bordbuch auf sich hat.

Wird das Geschäftsfahrzeug auch für private Fahrten genutzt, muss ein Privatanteil, der sogenannte «geldwerte Vorteil», abgerechnet werden. Das heisst: Der Mitarbeitende erhält, über den Lohn hinaus, eine zusätzliche Leistung, die nicht in Geld ausbezahlt wird. Trotzdem muss dieser Wert abgerechnet werden.

Der Privatanteil wird wie folgt berechnet.

  • Neuwagen.
    0.8% pro Monat (= 9.6% pro Jahr) des Anschaffungspreises ohne MwSt. Mindestens jedoch CHF 150.- pro Monat.
  • Occasionsfahrzeug.
    Berechnung mit dem Kaufpreis. Mindestens jedoch CHF 150.- pro Monat.
  • Leasingfahrzeug.
    Berechnung mit dem im Leasingvertrag erwähnten Barkaufpreis.

     

    Soviel zur Berechnung. Doch wie oben bereits erwähnt, gilt dieser Privatanteil wie eine Geldwerteleistung, also als Lohnbestandteil. Somit kommt dieser Wert auf die Lohnabrechnung, sowie auf den Lohnausweis. Beim Lohnausweis muss im Feld F (unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort) oben ein Kreuz gesetzt werden.
    Dies zeigt der Steuerverwaltung, dass in der privaten Steuererklärung deines Mitarbeiters kein Abzug für den Arbeitsweg zulässig ist. Der Privatanteil in CHF muss in Feld 2.2 eingetragen werden. Wenn dein Mitarbeiter ganz oder teilweise als Aussendienst (Kundenberater, Monteur, auswärtige Projekte) arbeitet, dann muss in Ziffer 15 des Lohnausweises der prozentmässige Anteil der Aussendiensttätigkeit bescheinigt werden.

     

    Ein Beispiel:

    Der Mitarbeiter Lukas Muster ist zu 100% im Aussendienst tätig. Er hat ein Geschäftsfahrzeug und darf diesen auch privat nutzen. Der Kaufpreis exkl. MwSt. betrug CHF 23‘375.-. Er hat dieses am 1. Januar erhalten.

    Berechnung: 23‘375*0.8% = 187.-/Monat = *12 = 2‘244.-/Jahr

    Wenn er das Fahrzeug erst im April bekommen hätte, wären nur 9 Monate (*9) Privatanteil zu berechnen.

    Nicht vergessen: auf den Privatanteil von 187.-/Monat sind die AHV, die damit verbundenen Sozialversicherungen und die MwSt. abzurechnen!

    Tipp: Stell dir vor der Privatanteil wäre wie eine ‚Miete’ dafür, dass das Auto genutzt werden darf.

    Und wie sieht nun der Lohnausweis aus, wenn ich die obengenannten Punkte beachte?

    Privatanteil im Lohnausweis:

    privatanteil_geschaeftsfahrzeug_2

    lohnausweis_privatanteil_geschaeftsfahrzeug

    sales_lohnausweis_privatanteil_geschaeftsanteil

    Gibt es andere Möglichkeiten?

    Bis jetzt haben wir über die «Pauschale Deklaration» des Privatanteils gesprochen. Doch es gibt noch andere Möglichkeiten für die Abrechnung:

    Es kann eine «Effektive Deklaration» erfolgen. Zwingend dafür ist jedoch, dass der Mitarbeiter täglich ein Bordbuch (Fahrtenbuch) führt, wo privat gefahrene Kilometer notiert werden (ohne Arbeitsweg). Es enthält: Datum, km von, km bis, total km und als Bemerkung «Privatfahrt». Anhand dieser Angaben werden die Total-Kilometer mit dem aktuellen Kilometeransatz für den Privatanteil berechnet.

    Bei einem Fahrzeug, welches ausschliesslich als Montagefahrzeug (mit einer fest installierten Vorrichtung z.B. für den Transport von Werkzeugen) gebraucht werden kann, wird im Lohnausweis das Feld F (unentgeltliche Beförderung zwischen Wohn- und Arbeitsort) angekreuzt und kein CHF Wert abgerechnet.

    Eine andere Variante sind Poolfahrzeuge. Diese stehen grundsätzlich immer im Geschäft (Abend, Wochenende, Ferien, etc.). Wenn ein Kundenbesuch stattfindet, kann der Mitarbeiter darüber verfügen. Wenn diese ausschliesslich geschäftlich genutzt werden, muss kein Privatanteil abgerechnet werden.

     

Sicher ist sicher!

Da die Krankenkasse nur für Nichtberufsunfälle aufkommt, bist du gesetzlich dazu verpflichtet, eine Versicherung gegen Berufsunfälle für deine Hilfskraft abzuschliessen – selbst, wenn sie nur wenige Stunden bei dir arbeitet. Kümmert sich deine Haushaltshilfe jedoch mehr als acht Stunden pro Woche um deinen Haushalt, gilt es zusätzlich eine Nichtberufsunfallsversicherung für sie abzuschliessen.

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KLARA Tipp:

Was es bei den Sozialversicherungen für deine Angestellten zu beachten gibt, wie viel Lohn für Tätigkeiten im Haushalt angemessen ist, Informationen rund ums Thema Haushaltshilfe einstellen, findest du im nachfolgend downloadbaren Merkblatt.
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