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Der Lehrvertrag - Die Basis einer guten Ausbildung

Michael Suter Michael Suter, 26.01.18 11:04

Wieder hat ein neues Jahr begonnen. Der Run auf Lehrstellen ist in vollem Gange. Vielleicht hast du dich bereits entschieden und deinem zukünftigen Lernenden die frohe Nachricht kommuniziert. Nun hast du ihn eingeladen, um den Lehrvertrag zu unterschreiben. Aber was muss da alles draufstehen? Was gilt als rechtlich verbindlich? Gerade wenn du zum ersten Male mit Lernenden zusammenarbeitest, drohen dich all diese Fragen u.v.m. zu erschlagen. Gerne helfen wir dir dabei, Licht ins Dunkel zu bringen. Du wirst am Schluss dieses Blogbeitrages auch einen Link finden, welcher dir ein Muster eines Lehrvertrages liefert.

 

Die Basis einer guten Ausbildung

Der Lehrvertrag bildet die Grundlage eines Lehrverhältnisses zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Du musst diesen Lehrvertrag zusammen mit deinem Lernenden unterschreiben. Sonst noch wer? Klar doch. Wenn dein Lernender noch nicht volljährig ist, müssen zwingend die Eltern oder Vormundschaftsbehörde mitunterschreiben.

Auf einem klassischen Lehrvertrag werden zuerst dein Betrieb und die lernende Person inkl. der üblichen Angaben (siehe Beispielvertrag) erwähnt. Danach kommen die gesetzlichen Vertreter, das heisst oben erwähnte Unterschriften.

Nun geht es spezifisch in Richtung der Ausbildung. Folgende Punkte sind hier detailliert aufzuführen:

  • Berufsbezeichnung (hier ist es wichtig, dass es die offizielle Bezeichnung des Berufes ist. Z.B. Kauffrau EFZ)
  • Ausbildungsdauer
  • Probezeit
  • Ausbildungsort (falls nicht identisch mit dem Lehrbetrieb)
  • Angaben zur verantwortlichen Person für den Lernenden im Lehrbetrieb

Widme dich danach der schulischen Ausbildung. Besucht der Lernende eine Berufsfachschule oder absolviert er zugleich den Berufsmaturitätsunterricht? Hier ebenso wichtig: Wer übernimmt welche Kosten? Zu berücksichtigen sind zum Beispiel die Reisespesen, die Verpflegung, die Unterkunft (falls nötig) und das Schulmaterial. Für die obligatorischen Lehrmittel empfiehlt zum Beispiel der kaufmännische Verband, diese zu übernehmen. Denkbar ist aber auch eine jährliche Beteiligung oder eine prozentuale Abrechnung. Dies liegt im Ermessen des Betriebes.

 

Was verdient denn eigentlich dein Lernender? Genau! Als nächstes geht es um die Entschädigung pro Lehrjahr im Bruttolohn. Die Berufsverbände machen hier Empfehlungen.[1] Nicht vergessen solltest du ausserdem die Zulagen. Steht deinem Lernenden ein Anteil des 13. Monatslohn zu?

Lohn ist gut und recht – aber dafür muss auch gearbeitet werden. Die nächste zu klärende Frage ist deswegen nach dem «wieviel»? Hier werden normalerweise die Stunden und die Arbeitstage pro Woche festgehalten. Rechne diese ruhig mit der Schule zusammen. Ein halber Tag schulische Ausbildung gilt demnach als halber, ein ganzer Schultag als ganzer Arbeitstag.

Zum Schluss gehört sicherlich noch ein Abschnitt zu Versicherungsleistungen in deinem Betrieb in den Lehrvertrag rein.

Häufig sind darüber hinaus auch das Personalreglement oder betriebsinterne Reglemente Bestandteil eines Lehrvertrages.

 

KLARA-Tipp: Natürlich musst du das Rad nicht mehr neu erfinden, es gibt offizielle, vom Bund anerkannte Vorlagen für Lehrverträge. Eine solche kannst du ganz einfach unter diesem Beitrag herunterladen. Dieses Dokument kannst du ganz bequem am Bildschirm ausfüllen und bei dir abspeichern - so sparst du dir einen Papierkrieg, indem Wichtiges verloren gehen kann. Druck ihn im Anschluss dreimal aus und lasse alle drei Exemplare unterschreiben. Ein Exemplar für den Lernenden, ein Exemplar für dich und dein Unternehmen und das dritte Exemplar für das kantonale Mittelschul- und Berufsbildungsamt.

 

[1] Weitere Infos: https://berufsberatung.ch/dyn/show/3231, eingesehen am 25.01.2018. 

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